FANDOM


Eines der drängenderen Probleme bei der Umsetzung der Schwertmeisterkampagne ist sicherlich das geänderte Aventutrienbild, dass jeweils im Hintergrund steht. Im Jahre 1988 war Aventurien und damit DSA noch ein Heldensystem, das heißt als Motivation der Helden, um in Tharun missionarisch tätig zu werden, reichte das menschenverachtende Gesellschaftssystem schon fast aus. Aus heutiger Sichte (in der zweiten Hälfte des ersten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts) sieht die Sache schon anders aus. Insbesondere, wenn man davon ausgeht, dass so hochstufige Helden, wie sie für die Kampagne benötigt werden, bereits in Aventurien diverse alternative Gesellschaftssysteme kennen gelernt haben und deren Unterschiede weitestgehend akzeptiert haben (also Waldmenschen dürfen gerne solange Waldmenschen sein und wenn's sein muss, auch an Kamaluq glauben, solange sie nicht anfangen, Menschenopfer zu bringen).
Insofern ist auch zunächst das tharunische Gesellschaftssystem zwar grenzwertig, aber für die Helden nur bedingt ein Grund, plötzlich Priester anzugreifen. Insofern wurde damals für meine Gruppe die so genannte Offenbarung nach Rondradan (benannt nach meiner Spielfigur, einem Rondrageweihten) geschaffen. Sie mag anderen Geweihtentypen als Vorlage dienen, da sie doch recht rondiranisch eingefärbt ist (wir hatten damals noch einen Praiosgeweihten dabei, der eine entsprechende Offenbarung verkündete). Der Text wurde formuliert von Svenel.

Vorgeschichte Bearbeiten

Nachdem die Helden nun Tharun und Hamur erreicht haben, erkennen sie, dass die tharunische Gesellschaftsordnung nicht sonderlich erstrebenswert ist. Jedoch ist sie göttlich geordnet, und um göttliche Ordnung geht es ja auch den Zwölfgöttern in ihrem ewigen Kampf gegen das Chaos. So mag den Helden zunächst selbst bei der Eroberung von Sarab Hamur nicht in den Sinn kommen, die Geweihten der Neugötter anzugreifen. Diese haben auch keinen Grund, den Angriff der Brigantai als etwas anderes als eine einfache Machtübernahme anzusehen - die sie nachher ihren Ansprüchen folgend manipulieren können. So mag es also sein, dass anfangs sowohl die Aventurier als auch die Azarai eine Neuordnung der Herrschaft auf Sarab Hamur versuchen. Dabei haben die Azarai natürlich den Vorteil der lange geschürten Angst vor Ungehorsam vor der Göttlichkeit. So mag es zu einer Internierung der Aventurier kommen. Das wäre der rechte Zeitpunkt, um einen religiösen oder gar geweihten Helden eine Offenbarung zukommen zu lassen, der den göttlichen Auftrag Missionierung mit Feuer und Schwert präzisiert und auch legitimiert.
Der vorliegende Text nun beinhaltet die schriftliche Niederlegung solch eines Traumgesichtes eines Rondrageweihten.

Die Offenbarung Bearbeiten

So schreibe ich es nieder, wie es mir in der Finsternis aufgetragen wurde, Und in der Finsternis war Licht, das von einem gewaltigen Greifen ausging. Er hatte seine Flügel weit ausgebreitet und beschirmte so eine Löwin, einen Delphin, eine Wildgans, einen Raben, eine Schlange, einen Eisbären, eine Eidechse, einen Fuchs, einen Storch, einen Hammer und eine Stute. Aus dem Kreis der stattlichen Mächte trat die Löwin hervor in die Finsternis, und sie war gewaltig und mächtig, ihre Stimme erschütternd. Mit ihren Tatzen öffnete sie sodann ein graues Buch, und sodann schaute sie das erste Mal zu mir und sagte:
“Erzittere, denn das Wort sei dein zweites Schwert. Höre und verstehe und schreibe alles gefällig und wahr nieder.“ So Sprach sie, und ich kam dem Befehl willig nach.

LOS, der Urgott, streifte durch die Endlosigkeit und sah SUMU. SUMU, die Erdriesin, war eben aus sich selbst entstanden und ruhte aus. Ihr Anblick erzürnte LOS über alles, denn neben LOS sollte in der Endlosigkeit nichts sein. Also beschloss LOS, SUMU zu töten. SUMU aber setzte sich zur Wehr, und es gelang ihr sogar, LOS zu verletzen, bevor sie starb.

AUS dem Blut, dass er vergoss aber wurden die Götter, und die erste der Luftgeborenen war Rondra, und sie sah die Wut LOS' und erkannte sie als reinigenden Zorn und machte ihn sich zu eigen, und lieh ihn später ihren Rittern.

SO entstand die Welt, und die Götter ordneten sie nach ihrem Willen. Da es die Zeit des Ersten Kaisers war, kam eine Neue Göttin geboren aus SUMU ins Licht und, viele Frauen gingen zu ihr und sie lehrte sie den Weg der Erde. Doch folgten ihr ihrer Geschwister furchtbare Heere des Geziefers der Finsternis, tief aus den Gedärmen der Erdriesin. Und sie verwüsteten und verbrannten Mensch und Land. Doch zog der Erste der Kaiser gegen die Finsternis und focht tapfer und hart dagegen. Rondra war bei ihrem Ritter, und sie besiegten es. Doch war es von nun an in der Welt und konnte nicht mehr getilgt werden.

DER Götter vier zogen mit einer Sonne in den Leib der Erdriesin und vertrieben viel des Geziefers. Und der ganze Pantheon folgte, und sie brachten ein neues hervor. Rondra zog mit ihrem Schwert den selben Weg und sie fand alles Wohl gerichtet.
Praios und Ingerimm hatten eine Sonne, Streiter wieder das Böse,
Glost, in den Laib gesetzt. Efferd hatte mit seinen Winden und Wassern den Fürst der Finsternis gebannt. Das entstandene Meer wurde 'Tilger des Bösen - Effean - geheißen.
Tsa erhob das
Tsal, Pereine schuf das Perian und Firun das Firan. Travia brachte den Menschen ins Innere, zum Schutz des Werkes vor dem Bösen. Phex gab dem Menschen das Glück und Rajah die Freude.
Die Herrin Rondra aber erhob ihre Stimme und stärkte den Schwertarm, Mut und Stolz des Menschen, auf dem ihr Lächeln lag. So entstand das Reich der Menschen unter nie verlöschendem Licht, und sie lebten in Frieden. Doch verachteten sie bald die Gaben der Herrin, sie wurden schwach.
Es war die Zeit, da aus dem letzten Rest Dunkelheit die Dämonen der Neun hervorbrachen und das Reich von Sonne und Schwert schwer trafen. Es kam nicht zum offen Kampf, da der Feind aus dem Dunkel zu feige und schwach war. Doch griff die Wankelmut um sich, und im Land
Yang zerbrach der Heron, sein Schwert barst. Da stieg ein Arkanai auf den Inselthron und unterjochte Mensch und Tier, die ihm bald hörig waren. Und sie rüsteten sich, doch Rondra hatte sie verlassen. Da zogen sie gegen ihre Brüdern und Schwestern. So wurde die Welt rot, und das Reich Omor wuchs unter dem Arkanai, der seine blutigen Klauen nach dem ganzen Inneren des Leibes ausstreckte.
Da schenkte Rondra dem hohen Kaiser über Effean und Tsal ein Schwert von der Macht der Göttergefilde. Und jede Schlacht, der das Schwert
Molitio voran ging, konnte nicht verloren werden. So stürzte das Reich Omor ins Blut, und der Arkanai wurde von Rondra in den Limbus gebannt.
Doch kehrte kein Frieden ein, das Firan begann zu wuchern und die Monster und Tiere bedrohten den Menschen. So gab Firun den Menschen den Bogen
Resacro, der alles unwahre Firan vernichtete. Doch starben nun alle Erstgeborenen. Und die Dynastie der hohen Kaiser starb dahin. Und wieder gab es Bruderkrieg und Rondra schlug wütend auf der Seite der Treuen gegen die Menschen, die einen Arkanai erheben wollten. Da erhob Praios aus den Reihen der Getreuen einen neuen Kaiser, und Rondra gab ihm die Kraft. Doch hatten sich die Menschen entzweit, und die, die den Dämonen hörig waren, lebten verborgen und verstohlen. Bei den Getreuen jedoch zog erneut die Gabe des Phex ein. In dieser Zeit trug der neue Kaiser Molitio und Resacro. Doch dann wuchs das verbliebene Dunkel, das Numnioru. Nun war die Zeit, da Rescaro zerbrach und das Firan und das Perian erneut zu wuchern begannen und Molitio sich verbarg. Als dies geschah, wandelten die Zwölf Glost Licht und sie hörten den Schmerzensschrei des Dunkels.
Doch waren die Menschen schwer gebeugt, der neue Kaiser vergangen. Rondra stieg zu ihnen und gab ihnen neue Kraft. Travia, Phex, Pereine und Rajah richteten sie wieder auf und heilten ihre Wunden. Da kehrte das Lachen zurück. Rondra und Praios aber entsandten ihre Greifen und Löwen zum Schutz des würdigen Kaiser,
Sohn der Sonne. Auch Glost wurde von 72 Greifen und 72 Löwen umschwebt. Doch der Friede kam nicht. Die Menschen wurden auch weiterhin von den Mächten des Dunkel bedroht und getötet. Auch der würdige Kaiser Sohn der Sonne stellte nie wieder die wohlgefällige Ordnung her, und erster Berater seiner Person war Dob, der Zweifel. So kam der Tag, da das Dunkel auf Glost zuschoss, doch kämpfte es schwer gegen die Wächter der Sonne, die dann ins Dunkel stürzten. Als aber das Dunkel Glost berührte, da zersprang die Sonne. Doch die Greifen und Löwen bewahrten die Scherben, damit sie nicht unrein würden. Hesinde aber tat das letzte Werk der Zwölfe im Leib, während Rondra ihr mit dem Schwert den Weg offen hielt. So lenkte nun Hesinde die Macht Glosts in 18 heilige Bahnen, und wich sodann. Rondra aber zog mit den Heerscharen Alverans an Numinorus Grenzen, und an der Grenze der Mächte entbrannte nun wie im Inneren ein Kampf. und die Front wankte.
Im Inneren schlachteten die Monster des Neunten die Menschen. Doch der würdige Kaiser Sohn der Sonne war stark an Charakter und er stärkte alle Menschen. So fochten Löwen und Greifen um ihn herum, und er rief zu den Zwölfen, und jeder Ruf schmerzte die offenbar gewordenen Neun schwer. Da stürzte sich der erste, geheißen
Arkan'Zin, auf ihn, wie einst auf Glost. Und wieder fochten Greifen und Löwen gegen ihn. Er besiegte sie jedoch und nahm den würdigen Kaiser Sohn der Sonne, doch musste er dafür sein zwölftes Horn lassen - genommen von der heiligen Löwin Teneo, die Trennerin, und dem heiligen Greifen Eviscero, dem Zerfleische. Doch ohne sein zwölftes Horn kamen die Neun nie zur Vollendung.
Doch nun zerbrachen die Menschen in der Finsternis, die Treuen litten und starben, doch die Untreuen mehrten die Macht der Neun, die offenbar geworden waren. So wurden die Zwölf vergessen, und die Menschen geknechtet. Der neunte unter ihnen, der Herr der Endzeit, verließ das Pack der Finsteren und trat in das Güldenland.
Da all dies geschah focht die Herrin, doch rief sie das Pantheon, und Phex flüsterte:
Nun kommt die Zeit von Stern und Nebel; sieh, Feuer und Schwert im Nebel.
Und so taten sie es, nachdem das Innere SUMUs erneut erleuchte wurde durch ein unstetiges und trübes Licht.

SEID wie Feuer und Schwert und verbreitet erneut im Inneren der SUMU die Namen der Schöpfer.
Dies spricht die Löwin der Herrin Rondra!

Der Himmlische Bote in meinem Schlaf schloss das Graue Buch, und abermals schaute mich die ehrfurchteinflößende Löwin an. "Die Zeit ist reif, der Sturm ist nahe. Erhebe Dich und sei der Wind!"
Die Löwin wandte sich und kehrte zurück zu den zwölf Boten zurück. Der Greif umschloss alle mit seinen Schwingen, und sie wurden zu einem Sonnenball, und überall waren laute Trompeten. Dann war alles dunkel und still.

Interpretation Bearbeiten

Besondere Bedeutung hat der am Ende versteckte Satz die Treuen litten und Starben, doch die Untreuen mehrten die Macht der Neun. Er macht deutlich, dass es eben nur die Untreuen - jene, die nicht leiden, also die Herrscher und Geweihte - sind, die es zu bekämpfen gilt.

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei FANDOM

Zufälliges Wiki